Minke wurde 1937 in Rostock geboren. Nach dem Studium der Architektur in Berlin und Hannover arbeitete er als Assistent des bahnbrechenden Architekten und Ingenieurs Frei Otto am Institut für Leichte Flächentragwerke an der Universität Stuttgart. Dessen revolutionäre Entwürfe für temporäre Ausstellungskonstruktionen hatten 1955 bei der Bundesgartenschau in Kassel – in deren Beiprogramm die erste documenta lief – einen tiefen Eindruck hinterlassen.

In dieser Ausstellung erleben wir einen besonderen Einblick in sein malerisches Werk, Fantasienamen und Wortfindungen im Titel sowie fremde Wesen auf Leinen und Holz, nehmen uns mit in eine unbekannte friedliche Welt.

Nach einer kurzen, aber einflussreichen Zeit als Dozent in Ulm – ein weiteres bedeutendes Zentrum architektonischer Gestaltung im Europa der Nachkriegszeit – zog Minke Mitte der 70er Jahre nach Kassel, wo er eine Stelle an der neu gegründeten Universität antrat. Diese hatte in der Zwischenzeit auch gleichgesinnte Querdenker wie den Soziologen Lucius Burckhardt und den Philosophen Ivan Illich angezogen. In Kassel konnte sich Minkes einzigartige Laufbahn als praktizierender Architekt mit Schwerpunkt auf Low-Cost-Wohnbau, ökologisch nachhaltiges Bauen und erdgebundene Bautechniken voll entfalten. Als Gründer des Forschungslabors für Experimentelles Bauen interessierte er sich insbesondere für das Bauen mit Lehm und Stroh – scheinbar unkonventionelle Materialien in einer von Stahl, Glas und Beton dominierten Epoche. (Der Kontrast zu der von Paul Posenenske ganz im Stil der Moderne beziehungsweise des Brutalismus entworfenen Kunsthochschule könnte größer nicht sein.) Was Minke an diesen Materialien interessiert, ist einerseits ihre uralte Tradition und andererseits der Einsatz handwerklicher Techniken. So ist es auch kein Zufall, dass sein Werk besonders in Südamerika auf positive Resonanz stößt (ein Großteil seiner Publikationen der letzten Jahre bezog sich auf den spanischsprachigen Raum): Die Globalisierung nachhaltiger Bauphilosophien rückt langsam, aber stetig an das Werk dieses Pioniers heran.

2017 haben sich Minke und Kleeberg in Kassel kennen und schätzen gelernt.

„Auf der documenta 14 lernte ich Anna Kathrin als einfühlsame Kunstvermittlerin und Kunstkritikerin kennen und danach in meinem Atelier als sensible Künstlerin. Dort war ich begeistert von ihrer vielschichtigen Wahrnehmungsfähigkeit und ihrer beglückenden Offenheit und dankbar für ihre Bemerkungen zu meinen Bildern, die für mich wertvolle Anregungen waren. Erfreut und gespannt bin ich auf unsere gemeinsamen Ausstellungen in diesem Jahr in Kassel und Düsseldorf.“ Gernot Minke, April 2018

Kleeberg: „Die Art wie Gernot denkt und lebt, hat mich sehr berührt und inspiriert. Allein in einem runden Haus aus Lehm zu sein, war für mich eine Sinnes-Erweitung und Erfahrung. Umso sehr freu ich mich nun auf die Vorbereitungen unserer gemeinsamen Ausstellung in Kassel. “

—Auszüge aus dem Text von Dieter Roelstraete zur d14

Ausstellungsdauer: 07.07.2018 bis 25.08.2018

Einladung_Minke_Kleeberg

 

Vernissage:

Samstag, den 07.07.18 um 16 Uhr

 

Ausstellungsdauer:

07.07. bis 25.08.2018

 

Die Künstler, Prof. Gernot Minke und Anna K. Kleeberg sind anwesend.